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Tibet Landerinfo

Allgemeine Reise Informationen|Reiseziele in Tibet

Tibet zählt zu den geheimnisvollsten und faszinierendsten Regionen der Erde. Welches Gebiet unter dieser Bezeichnung zu verstehen ist, hängt vom politischen Standpunkt der beteiligten Völker ab. Nach tibetischer Auffassung erstreckt sich das historische Tibet zwischen dem 28. und 39. Grad nördlicher Breite (maximal 1300 km) sowie dem 79. und 102. Grad östlicher Länge (maximal 2600 km). Dieses Gebiet ist etwa neunmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und gliedert sich ursprünglich in die Provinzen Ü-Tsang (Zentraltibet), Amdo und Kham. Nach der Besetzung durch Truppen der Chinesischen Volksrepublik wurde diese gesamte Region 1951 dem chinesischen Staatsverband einverleibt. Zentraltibet wurde erst 1965 zur autonomen Region Xizang erklärt.

Wegen der außergewöhnlichen Höhenlage wird das Hochland von Tibet (3000-5000 m) auch das „Dach der Welt“ genannt. Dieses höchstgelegene und ausgedehnteste Hochplateau der Erde besteht im Westen und Norden aus fast unbewohnten Steppen und Wüsten, sowie dem eigentlichen Siedlungsgebiet im Süden, den verhältnismäßig fruchtbaren Gebirgstälern (durchschnittlich 3900 m Höhe ), vor allem jenen des Tsangpo (Brahmaputra) zwischen Transhimalaya und Himalaya (Mount Everest, 8848 m; an der Grenze zu Nepal). Die Durchschnittstemperaturen schwanken im Süden zwischen 25°C im Sommer und minus 15°C im Winter. In der unwirtschaftlichen nördlichen Ebene (Tschang -Tang), wo oft wochenlang Schnee und Staubstürme toben, können die Temperaturen bis unter minus 50°C sinken. Im südlichen Tibet entspringen beim heiligen Berg Kailasch (von Westen nach Osten) die Ströme Indus (und sein Nebenfluß der Sutlej), Bramaputra (in Tibet „Tsangpo“), Irawadi (Irrawaddy), Saluen (Salween) und Mekong; der Oberlauf des Jangtse-Kiang bildet die Ostgrenze gegen die mittelchinesische Provinz Sichuan (Szetschuan).

In der autonomen Region Tibet (Xizang) leben heute etwa zwei Millionen Tibeter sowie schätzungsweise 200.000 Chinesen; dazu kommen vermutlich 300.000 Soldaten der chinesischen "Volksbefreiungsarmee". Haupterwerbsbereich ist die Weidewirtschaft (Yaks, Ziegen, Schafe, Pferde, Esel); etwa ein Viertel der Bevölkerung sind Nomaden. Die wichtigsten Anbaufrüchte sind Gerste (im Norden bis 4600 m ü.d.M.), Weizen, Hülsenfrüchte,Obst, Kartoffeln, im wärmeren Südosten auch Zuckerrohr und Reis.

GESCHICHTE: Im 7. Jh.n.Chr. wurde in Tibet das erste buddhistische Königreich gegründet, das bald eine beträchtliche militärische Macht entfaltete. Im 9. und 10. Jh. wurde der Buddhismus verdrängt. An seine Stelle trat der Lamaismus, dessen geistliche Führer auch die weltliche Herrschaft ausübten. Seit dem 14. Jh. ist chinesischer Einfluß nachweisbar. Im Jahr 1642 errichtete der fünfte Dalai Lama einen theokratischen Staat. Im 18./19. Jh. wuchs die Einflußnahme der chinesischen Kaiser. Die militärische Tibet-Expedition des britischen Offiziers und Asienforschers Francis Edward Younghusband erzwang 1903/04 den Zugang nach Lhasa. Bis 1949 blieb Tibet faktisch ein autonomer Staat theokratisch-lamaistischer Ordnung. Im Jahre 1950 besetzten Truppen der chinesischen Volksrepublik das Land. Ein Aufstand wurde 1959 von den Chinesen niedergeschlagen; zehntausende Tibeter, darunter der Dalai Lama, flüchteten nach Indien und in andere angrenzende Länder, etliche auch nach Europa (besonders in die Schweiz). Am 9. September 1965 wurde Zentraltibet zur autonomen Region innerhalb der Volksrepublik China erklärt. In den Jahren 1966 und 1967 griff die chinesische „Kulturrevolution“ auch auf Tibet über.

Die Roten Garden verboten jegliche religiöse Betätigung und zerstörten fast alle tibetischen Kulturwerte, darunter vor allem die Lamaklöster; von den ursprünglich etwa 3800 reich geschmückten Klöstern waren am Ende der verheerenden Ausschreitungen, die nicht zuletzt zahllosen Tibetern das Leben kosteten, noch ganze dreizehn (!) mehr oder weniger unversehrt erhalten. Im Zuge der jüngsten Neuorientierung der chinesischen Machthaber erfährt vor allem Tibets Infrastruktur sichtbare Förderung durch den Aufbau eines Verkehrsnetzes (u.a. Straßenbau) und die Entwicklung von Handel, Wirtschaft und Industrie (Wasserkraft, Erdöl, Edelmetalle, Kohle). Im Jahre 1980 verkündeten die Chinesen ein Reformprogramm für Tibet, dessen wichtigste Punkte die Wiedereinführung der Religionsfreiheit und die teilweise Reprivatisierung der Land- und Viehwirtschaft sind.